Vortrag gehalten beim Vilsecker Burggespräch
am 11.1.2005 von
Olaf Meiler.
Elvis war sein Mann.
Sein Interpretationsstil war einzigartig. Er verband die Melancholie des Blues mit der Lebensfreude von Country & Western und der Inbrunst der Gospelmusik. Und er war ein Weißer. Er eröffnete eine originär schwarze Musik dem weißen Publikum. Dazu kam sein gutes Aussehen und das rhythmische Hüftwackeln mit dem er seine Lieder vortrug, das was später mit dem Schlagwort „Elvis the pelvis“ umschrieben wurde.
Er löste damit eine musikalische Revolution aus, die nicht über den Verstand arbeitete, sondern den Menschen über den Bauch in die Beine ging und die bis heute fortwirkt.
Es folgten Millionenhits, legendäre Fernsehauftritte und erste Filmerfolge. Elvis Presley war an einem Höhepunkt seiner Karriere, als er am 24. März 1958 zur US-Armee eingezogen wurde Zwei Wochen verbrachte er zur Einführung in Fort Chaffee, Arkansas, danach eine längere Grundausbildung in Fort Hood, Texas. Nach seiner Grundausbildung ging es für ihn per Schiff nach Deutschland.
Am 1. Oktober 1958 kam Elvis in Bremerhaven an – weltberühmt und von einer großen Fangemeinde begrüßt. Per Zug ging es weiter und noch am selben Tag rückte er in seinem Stationierungsort in Deutschland, Friedberg in Hessen, ein. Er diente dort als Mitglied des Kampfkommandos C der 3. Division im 32. Panzerbataillon.
Elvis in der Oberpfalz
Kaum in Deutschland, kaum hier eingerichtet, erreichte ihn der Ruf in die Oberpfalz. Seine Einheit war zu einem Manöver nach Grafenwöhr abkommandiert. Am 3. November 1958 kam er in Grafenwöhr an.
Elvis Presley war zu dieser Zeit in erster Linie Soldat. Auch wenn das nicht das ist, was Elvis für uns heute so interessant macht, wenn es nicht zum Mythos Elvis beiträgt, so möchte ich doch in ein paar Worten seine dienstlichen Tätigkeiten hier beschreiben.
„Während des Manövers übte sich Elvis im Kartenlesen, nahm an Scharfschützenübungen teil und observierte die feindlichen Stellungen. Wie alle anderen auch, litt er unter der schrecklichen Kälte und den primitiven Lebensbedingungen. Der kommandierende Offizier des 5. Corps, Lieutenant-General F.W. Farell sagte: ‚Presley war es kalt, er war naß und er stand knöcheltief im Schnee, wie alle anderen auch.’“ Dabei wurde er damals schon ständig von der Presse beobachtet. Man wollte Elvis sehen, wie er mit einer 45er Automatik, seinem M1-Gewehr und anderen Waffen hantierte. Als Scout, als Erkunder, war es seine Aufgabe vor der Truppe herzufahren und Feindbeobachtung zu betreiben. Hier in der Oberpfalz hieß das, dass Elvis zu Patroullienfahrten entlang der tschechischen Grenze eingesetzt war.
Auch seine Kameraden setzten ihm zu. Es heißt dass die Militärpolizei alle Hände voll zu tun hatte seine US-Kameraden wie auch Bundeswehr-Soldaten aufzuhalten, die auf der Suche nach Autogrammen alle Sicherheitslinien überschritten.
Man sieht, so ganz militärisch war der Alltag für Elvis nicht.

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